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Herzlich Willkommen bei der IGB, heute ist der 09.09.2010 :: Druckansicht
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Rund um's Haus/Gärten

Liebe Leserinnen und Leser,

 

als wir vor 3 Jahren unser Haus mit dem Garten drum herum kauften, machte ich insgeheim sofort Pläne. Viele Pflanzen aus meinem vorherigen Garten waren mit umgezogen und warteten, in enge Töpfe gezwängt, darauf ausgepflanzt zu werden. Ich war überzeugt, den Garten „nebenher“ anlegen zu können. Aber es kam alles anders. Die Pflanzen standen auch nach 2 Jahren noch in ihren Töpfen und kümmerten vor sich hin. Einiges ging ein, nur die Rosen, Pfingstrosen und Oleander haben diese Tortur auf wundersame Weise überstanden. Allerdings alle mit Ameisennestern in den Wurzelballen, worauf der Kümmerwuchs zurückzuführen war. Als ich diese Entdeckung machte, entschloss ich mich spontan, alle Pflanzen irgendwo einzupflanzen, damit sie sich wieder erholen konnten. Vorher aber mussten die Nester vernichtet werden, wozu größtenteils schon ein ausgiebiges Wässern der Topfballen ausreichte.

 

Heute, am Ende des ersten vollständigen Gartenjahres mit einigen Umgestaltungsarbeiten und Neuanlagen geht es den Pflanzen wieder gut. Die Rosen haben sich ausnahmslos alle wieder zu gesunden Pflanzen entwickelt. Die alten Oleander, die zwei Winter ohne nennenswerten Schutz im Freien verbringen mussten und entsprechende Frostschäden hatten, sind nach einem sehr herzhaften Rückschnitt im Frühjahr auf dem Weg der Besserung. Im nächsten Jahr werden sie wieder blühen. Meine wertvollen Pfingstrosen haben sich vollständig etabliert und mich im Frühjahr mit einer unglaublichen Blütenfülle belohnt.

 

Unser knapp 900 m² großer Garten bietet auch Platz genug für einen schönen Gemüsegarten, der uns schon im vergangenen Jahr wenigstens teilweise mit frischem Gemüse versorgte. Auf engstem Raum baute ich Kartoffeln, Salat, Busch- und Stangenbohnen und anderes „Lieblingsgemüse“ an. Allerdings machte mir der extrem harte Lehmboden viel Mühe. Schon das Umgraben war ein Kraftakt, den ich mir nicht jedes Jahr auf’s Neue antun wollte. Deshalb habe ich mich für Hochbeete entschieden, Erde gab und gibt es genug sie zu füllen. Wenn man den schweren Lehmboden mit Sand, Kompost und billiger Blumenerde verbessert, bekommt man einen leichter zu bearbeitenden Boden. Umgraben ist nicht mehr notwendig, sofern man die Beete auch im Winter nicht nackt stehen lässt. Gründünger ist das Zaubermittel, der mit seinen Wurzeln für einen besseren Bodenaufschluss sorgt. Die Erde in den Hochbeeten wird im Frühjahr schneller warm, was entscheidend zur Ernteverfrühung beiträgt, und die Bearbeitung ist Rücken schonend. Die Ernte dieses Jahres kann sich sehen lassen. 

 

Die vielen Obstbäume, die Anfangs noch auf dem Grundstück standen, mussten dezimiert werden. Alle sechs Pflaumenbäume waren vom Schwefelporling befallen, einem Holz zerstörenden Baumpilz, der durch Braunfäule den Stamm von innen heraus zerstört. Die einhergehende Bruchgefahr ist unvermeidlich, deshalb haben wir sie schon im Sommer 2006 fällen lassen. Mehrere Apfelbäume und beide Sauerkirschen waren ebenfalls krank und mussten weichen. Geblieben sind zwei Birnbäume, von denen einer an die 200 Jahre alt sein dürfte und kaum noch Ertrag bringt. Außerdem zwei große Kirschbäume, einer davon etwa 50 Jahre alt, und vier Apfelbäume. Die Bäume geben sehr viel Obst, das ich größtenteils zu Saft verpresse, in Flaschen abfülle und sterilisiere. Kompott und Marmelade stehen ebenfalls im Keller. Das mittlerweile getrocknete Holz der gefällten Bäume sorgt momentan für ein warmes Haus.

 

Den alten Himbeerenbestand habe ich ausgelichtet und neu angepflanzt. Dazu kamen zwei Brombeeren und ein 6x1 m großes Erdbeerfeld, ebenfalls als erhöhtes Beet angelegt. Die sehr alten Rhabarberstauden müssen ersetzt werden. Auch die sehr alten Roten Johannis- und Stachelbeeren mussten ersetzt werden. Aber es ist mir gelungen, von einer Stachelbeere einen Wurzelableger zu ziehen der nun langsam größer wird. Zusätzlich habe ich eine gemischte Hecke mit einigen Wildfrüchten und Wildrosen angelegt, die nun den Holzzaun an einer Seite des Grundstücks ersetzt. Im nächsten Jahr werden je eine neu gepflanzte Pflaume, Sauerkirsche und Apfelquitte das Obstangebot noch weiter ergänzen. 

 

Zusammen mit den Staudenrabatten ist das alles zwar sehr viel Arbeit, aber die Aussicht auf natur belassenes Obst und Gemüse belohnt die Mühen. Zumal ich mich dazu entschlossen habe, möglichst alte Regionalsorten anzupflanzen, die aufgrund ihrer Herkunft bestens an Klima und Bodenverhältnisse angepasst sind. Wenn man sich dann auch noch für die alt hergebrachten Methoden der Konservierung (mit modernen Gerätschaften) entschließt, bietet die Küche eine gesunde Vielfalt, die durch nichts zu ersetzen ist.

 

Darüber, und über die Vielfalt von Möglichkeiten Kleidung und Hauswäsche aus natürlichen Materialien preiswert selbst herzustellen, will ich berichten. Ergänzt wird diese Rubrik durch sporadische Beiträge von Experten zu Themen rund um Garten und Haus. Auch Ihr Beitrag wird gerne angenommen. Vielleicht haben Sie ein besonderes Steckenpferd, interessieren sich für eine bestimmte Art von Pflanzen. Vielleicht haben Sie auch Lust, Ihren Garten für ein paar Einblicke zu "öffnen". Schicken Sie mir Ihre Geschichte, ich freue mich darauf. 

 

Ihre Ulrike Nolte

 

nolte(at)igbauernhaus.de


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