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Herzlich Willkommen bei der IGB, heute ist der 09.09.2010 :: Druckansicht
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Die Vorgeschichte


"Laßt uns an dem Alten so es gut ist halten"
Im Jahr 1995 erwarb unser Verein bei uns in Machtilshausen, einem Dorf mit ca. 600 Einwohnern in Unterfranken, Landkreis Bad Kissingen, eine 1000 m² große Hofstelle in der Dorfmitte. Auf dieser befanden sich neben einem alten stark herunter gekommenen Fachwerkhaus auch noch eine Doppelscheune, eine Schreinerwerkstatt und mehrere landwirtschaftliche Nebengebäude.

Das Fachwerkhaus war in der Fachwelt lange bekannt, da es als eines der wenigen noch erhaltenen Fachwerkhäuser der Spätgotik um 1500 zuzuordnen war. Es wurde aber erst 1986 in die Denkmalliste eingetragen.
Bis 1993 war es von zwei Schwestern bewohnt. Als eine verstarb, zog die andere ins Altersheim um.
Das Haus stand leer. Das Haus war massiv vom Einsturz bedroht, jeden Tag fiel ein anderes Teil aus dem stark nach hinten geneigten Giebel. Die Dächer aller Gebäude waren marode, der Regen setzte Lehm und Fachwerk bis in die untersten Hausschichten zu.
Die Uhr des Hauses schien abgelaufen oder stand mindestens auf 5 vor 12. Im Dorf wusste man von einer Umsetzung ins Freilandmuseum nach Fladungen.
So ergriff die Vorstandschaft unseres Vereines damals die Initiative, das Kulturgut vor einem Gesamtverlust und vor einer Umsetzung zu bewahren. Das Haus sollte da bleiben, wo es seit über 500 Jahren stand.
Wir fassten mit Zustimmung der Denkmalbehörden eine Sanierung mit dem Ziel der Erhaltung vor Ort und der Gestaltung der Hofstelle als neuen Dorfmittelpunkt ins Auge.
Komplizierte Besitzverhältnisse in Folge der Hausteilung im Jahr 1870 und als Erblast des 2. Weltkrieges erschwerten die Kaufverhandlungen, die dann im Frühjahr 1995 doch abgeschlossen werden konnten. Wir waren Besitzer der Hofstelle mit allem Inhalt.


Unsere Wunschvorstellungen:

Erhalt von möglichst viel historischer Bausubstanz, d. h. neben dem Holz sollten auch die Raumschalen erhalten werden
Materialschonender Umgang mit der Bausubstanz: keine Entkernung, Wiederverwendung von Baustoffen Verwendung hist. natürlicher Baustoffe
Behutsamkeit vor Hau-Ruck-Maßnahmen: Erhaltung der Hausatmosphäre, Belassen von Verformungen
Keine Übersanierung: Holz sieht aus wie Kunststoff
Lernen am Haus: Neuer Zugang zu bewährten Baustoffen, historische Techniken wieder erlernen


Das Abenteuer der Sanierung



"Wer sein Geld verlieren will und weiß nicht wie, der baut alte Häuser aus oder spiele Lotterie."
Die Bürokratie nahm ihren Lauf. Nach der Ausschreibung für das digitale Aufmass erhielt ein ortsnaher Architekt den Zuschlag, der seinerseits den Auftrag an einen Subunternehmer weiterreichte, der 2 Fahrstunden entfernt seinen Firmensitz hatte und in einer Architektengemeinschaft mit arbeitete.
Praktisch hieß dies das Haus in kürzester Zeit leer zu räumen, damit die Vermessung mit modernster Technik ausgeführt werden konnte.
Auf Grundlage des Aufmasses wurde eine Gesamtprojektierung von Architekten unseres Subunternehmers erarbeitet.
Diese bildete die Grundlage für die Finanzierung des 1. Bauabschnittes mit dem Sanierungsziel: "Haus unter Dach und Fach".
Die Zusagen der Denkmalpflege wurden eingehalten.

Alle sprangen in die Startlöcher, die Zeit drängte, denn der Herbst mit seinen Stürmen und der Winter 95/96 standen vor der Tür.
Ein Statiker nahm eine Schadenskartierung und die notwendigen Berechnungen vor, Befunduntersuchungen wurden von Bauforschern und Restauratoren angelegt, Notabstützungen im Innern und an der Fassade, sowie eine vollständige Einrüstung und Einhausung mit einem Schutzdach wurden noch vor Wintereinbruch 1995 in Angriff genommen.
Alles viel aufwendiger als von uns jemals erdacht.
Dann erfolgten die beschränkt öffentlichen Ausschreibungen für den 1. Bauabschnitt: "Haus unter Dach und Fach".

Bei der Vergabe des Auftrages erhielt nicht unser Wunschzimmermann, der die Notabstützung und die Einhausung vorgenommen hatte den Zuschlag, sondern eine Firma, die auf Vorschlag des damaligen Denkmalpflegereferenten in die Bieterliste aufgenommen worden war.
Auf dem Papier war er um Welten billiger als die anderen Bieter.
Auch diese Zimmermannsfirma nahm sich einen Subunternehmer (seinen Schwiegervater, das wissen wir heute).
Schon bei der Auftragsvergabe stellten sich Mängel der Ausschreibung heraus: "Was ist altes Eichenholz"? Ist hier Holz aus Zweitverwendung gemeint oder reicht auch abgelagertes Holz im Alter von 8 Jahren?
Und da gab es die ersten Meinungsdifferenzen aus der Aufteilung der Ausschreibung in konstruktive und nicht konstruktive Arbeiten am Fachwerk.
Diese Aufteilung ist bei einem Fachwerk wie an unserem Haus völlig blödsinnig. Fachwerk und Gefache bilden eine Einheit, die sich auch in der Ausschreibung nicht trennen lässt.
Alle Fachwerkreparaturen müssen auch unter dem Gesichtspunkt der Substanzerhaltung im Gefache erfolgen.
Ansonsten kann man das Fachwerk gleich entkernen. Dann ist die Restaurierung um ein Vielfaches einfacher und wahrscheinlich auch billiger.
Doch was ist dann an einem Haus noch original und authentisch, wenn sämtliche Füllungen und Raumschalen auf den Schutt geschmissen werden?
Sie sind genauso wertvoll wie das Fachwerk selbst und für die Sozialgeschichte manchmal noch aussagekräftiger als das Holz alleine.
Doch für Statiker und Zimmerleute sind sie einfach nur "Dreck".
Die Aufteilung in konstruktive und nicht konstruktive Arbeiten am Fachwerk bei der Ausschreibung hätte dann wenigstens ein gutes Zusammenspiel bei der Restaurierung vorausgesetzt.
Dem war leider nicht so. Fachliche und menschliche Differenzen, unterschiedliche Arbeitsauffassungen und was sonst noch führten zu einem Zerwürfnis zwischen den beiden "Partnern".
Der Statiker wollte aussteigen. Um Kosten zu vermeiden, zwang der Verein den Statiker an den Tisch. Ein Fehler wie sich später heraus stellte.
Nun zogen getrennte Baustellentermine weitere Probleme nach sich.
An wen sollten sich die Zimmerleute halten?

Nach der Hau-Ruck-Methode des Statikers oder dem papierabhängigen Architekten?

Die Zimmererfirma begann im Mai 1996 mit den Arbeiten.
In unserer Vereinseigenleistung hatten wir alle vorbereitenden Ausbauten mit größter Vorsicht vorgenommen.
Doch die Arbeiter gingen mit Spitzhacke und Kuhfuß ans Werk, d.h. z.B. an die Fenster, die im Schreinereianbau ca. 200 Jahre alt waren.
Vor dem Ausbau sollten diese durch Fotografien dokumentiert werden. Noch heute warten wir auf die Abzüge.
Der Schutt blieb einfach liegen. Vom Sortieren der Stickhölzer Gefachweise und Lehmsortierung zum späteren Wiedereinbau keine Rede und vor allem kein Verständnis.
Telefonate hin, Briefe und Abmahnungen her. Eine Zerrerei von Anfang bis Ende.
Die Baustellenbesuche des Firmenchefs, Pfeife schmauchend: "Das kriegen wir schon hin".
Der in der Ausschreibung geforderte Meister im Zimmererhandwerk mit Restauratorenausbildung war fast nie auf der Baustelle. Der zwischendurch tätige Zimmerermeister hatte Alkoholprobleme und wurde dann schnell wieder abgezogen.
Die Zimmererfirma besetzte die Baustelle größtenteils mit zwei Deutsch-Russen. Ob die eine Ausbildung hatten? Wir wissen es bis heute nicht.
Sie bemühten sich redlich in ihren Grenzen, lieferten insgesamt auch keine schlechte Arbeit ab, aber Verständnis für das krumme alte Haus hatten sie bis zum Ende nicht aufbringen können. Gerne hätten sie alles gehoben, geschoben und winkelrecht gerade gerichtet. Ihnen fehlte der Überblick über den Baustellenablauf, sie sahen nur ihre Arbeit. Ihnen war egal, dass in ausgebaute Gefache auch wieder etwas hinein muss.


Das Ereignis


"Zerstören geht schnell, aufbauen aber langsam"
Bis zum Frühjahr 1997 hatten sich die Zimmerleute, mit uns im Nacken, bis auf das Fachwerk im Erdgeschoß des Haupthauses vorgearbeitet.
Alles zog sich schon viel zu lange hin. Mal war die Baustelle besetzt, dann wieder nicht.
Wir wollten die Grundsteinlegung feiern und setzten letztlich einen Termin als Ziel.
Auch die Zimmererfirma hatte anscheinend die Nase voll von der langen Anfahrt und den Differenzen mit uns und dem Architekten.

Sie schickten ihre gesamte Belegschaft zum Sanieren. Dies endete für uns in einer Katastrophe. Nach 2 Stunden ohne Aufsicht hatten sie mit Spitzhacke und Kuhfuß die gesamte Giebelwand und Teile der Traufwand im Erdgeschoß entkernt, und das obwohl mit dem Architekten am Vortag eine behutsame Sanierung besprochen war.

Die Schwelle war zweimal durchgesägt worden, um zu sehen, "ob das Holz noch gut ist".

Das alles an der Wand, die nach der Schadenskartierung eigentlich am wenigsten Schäden aufgewiesen hat.
Eine 500 Jahre alte Lehmwand mit der gesamten Raumschale im Innern, mit restauratorischen Suchfreilegungen in beachtlichem Geldwert wurde innerhalb von Stunden zerstört.
Am Abend bei einer Baustellenbesichtigung kam mir das Szenario eines Bombenangriffs in den Sinn und unser Vorstand sagte: "Nun hören wir auf".
Großer Bahnhof am nächsten Tag: Denkmalpflege, Statiker, Architekt, wir vom Verein.
Der Referent der Denkmalpflege umkreiste den Schutthaufen im Hof mit tief bewegtem Gesicht und war fassungslos.
Und die Frage: "Wie soll es nun weiter gehen?".
Wieder um Kosten zu vermeiden blieben wir bei der ausführenden Firma und ließen sie nicht im Unklaren, dass wir Schadensersatz fordern würden.
Die zimmermannsmässige Sanierung wurde beendet.
Die Abrechnung erfolgte, der Architekt erkannte die Leistungen, auch wegen der chaotischen Abrechnung, nicht an, nahm Abstriche vor, wir durften nicht zahlen, da wir Mittel aus der Denkmalpflege erhielten.
Die vom Zimmermann eingeklagte Summe setzte sich zur Hälfte aus nicht erbrachten oder nur teilweise erbrachten Leistungen und der Beschädigung bzw. Entkernung der Giebelwand und ihrer anschließenden Reparatur zusammen.
Eines Tages im August ohne weitere Vorwarnung das Einschreiben mit der Klageerhebung.
Nun war guter Rat teuer. Wir waren alle sicher im Recht zu sein und auch Recht zu bekommen.


Das Nachspiel


"Vor Gericht und auf hoher See bist du in Gottes Hand"
Trotz Rückversicherung bei den Denkmalbehörden, die ein Scheitern des Verfahrens für sehr unwahrscheinlich hielten, endete alles in einem Fiasko.
Verfahrensfehler unseres Rechtsanwaltes in der 1. Instanz, führte zu einem Wechsel des Anwaltes und zu einer Zulassung für die 2. Instanz.
In Hoffnung auf sachverständige Richter rechneten wir uns hier mehr Chancen aus.
Trotz aller Aussagen der Denkmalpflege und des Architekten gegen die Zimmererfirma, wurde erst gegen Ende des 3jährigen Verfahrens ein Zimmermann als Gutachter berufen.
Inzwischen war im Denkmal alles verputzt.
Außerdem beschränkten sich seine für das Gericht zu klärenden Fragen auf rein baukonstruktive Details.
Die Belange der Denkmalpflege und der Denkmalwert der Zerstörung blieben auch hier wieder vollkommen außen vor.
An den Verhandlungstagen kam ich mir wie im falschen Film vor.
Unvorbereitete Richter saßen ratlos vor Plänen, stellten Fragen die bei mir nur Kopfschütteln hervorriefen.
"Wie viele m² Bimssteine sind entfernt worden?", "Durften diese abgerechnet werden?"
Kein Wort von der durchgesägten Schwelle, von den Folgekosten für den Lehmbau, für unbrauchbar gewordene Fenster, für die zerborstene Lamperie, die einfach auf den Ofen in ein Zimmereck geschmissen wurde, für beschädigte Fußböden u.v.m.
Die Aussagen des Statikers wichtigtuerisch, der Zimmererfirma überhelfend.
An 4 Tagen wurde das Verfahren verhandelt.
Immer das gleiche Szenanrio: gelangweilte gähnende beisitzende Richterin, der vorsitzende Richter ratlos, der Schriftführer unvorbereitet, voreingenommen und ohne jeden Sachverstand.
"Das Haus ist doch nun viel besser als vorher" – das war seine Meinung.
Fotos der Schwelle und der Entkernung, das alles interessierte überhaupt nicht.
Wichtig die Aussage der Zimmerleute – und die werden wohl gegen sich selbst aussagen?
Die Rechnungskürzungen wegen nicht erbrachter oder nur teilweise erbrachten Leistungen, sowie die grobe Fahrlässigkeit z.B. im Umgang mit dem Schutzdach, fielen überhaupt nicht ins Gewicht.
Der Verein in einer denkbar ungünstigen Stellung; als Zeuge war ich unbrauchbar, da 2. Vorsitzende des Vereines und den Verein zusammen mit dem 1. Vorsitzenden juristisch vertretend.


Der Subunternehmer durfte aber sein eigener Zeuge sein, ob wohl er als Kläger auftrat.
Der Firmenchef war bis zum Ende der Meinung, dass es sich nicht lohne diese Hütte zu sanieren: "Was wollen die mit der alten Klitsche?"
Ich verstehe das, trotz eingehender Erklärungen unseres Rechtsanwaltes, bis heute nicht. Mir fehlt dazu jeder Zugang. Ich finde es himmelschreiend ungerecht.
Ich fragte mich, wie Richter ohne jede Vorbildung in der Denkmalpflege, die Denkmalpflege auch bei der Bestellung von Gutachtern völlig außen vor lassend, ohne Ortsbesichtigung ein Urteil fällen können.
Setzt ein Urteil nicht ein beurteilen voraus und dazu muss man doch wohl informiert sein.
Dieses Urteil wurde gegen bestehende Gesetze der bayerischen Denkmalpflege, die Denkmäler doch besonders geschützt wissen möchte, gefällt. Wir dachten ein Haus dadurch auch für die Rechtssprechung verbindlich geschützt. Doch heute glaube ich, bei einem Neubau wäre das Verfahren anders entschieden worden.
Die Richter schützten die Firma und nicht das Denkmal.
Die Vorbemerkungen zum LV völlig ohne Belang.
An diesen Verhandlungstagen habe ich den Glauben an die Deutsche Rechtssprechung verloren.
Das Sprichwort: "Vor Gericht und auf hoher See bist du in Gottes Hand" hat uns vor Augen geführt wie man machtlos seinem Schicksal ausgesetzt sein kann.

Letztendlich wurden wir im Frühjahr 2002 zur Zahlung von 11/12 der Werklohnforderung und der Gerichts- und Anwaltskosten verurteilt.
Der Prozess über die beiden Instanzen verbrauchte fast so viel Geld, wie die Höhe der Werklohnforderung der Zimmererfirma.

War letztlich der Architekt wegen mangelnder Bauaufsicht oder der Statiker wegen mangelnder Zusammenarbeit schuld an unserem Urteil?
Sollten wir nun den Statiker oder den Architekten verklagen?
Hätten wir uns selbst einen Sachverständigen suchen sollen?
Doch das Gericht hätte ihn als voreingenommen abgelehnt.
Erst im Nachhinein haben wir vom selbstständigen Beweissicherungsverfahren gehört.
Vielleicht hätten wir uns damit helfen können.
Wer war schuld an dem Versagen?
Nervlich hätten wir das nicht durch gestanden, denn wir erbrachten so ganz nebenbei große Eigenleistungen für die Sanierung.
Wir waren "nur" ehrenamtlich tätig.
Außerdem fehlte uns als Verein die Finanzdecke.
Im Hintergrund hörten wir schon die Leute lästern, die von Anfang an gegen einen Ankauf und Sanierung des Hauses gewesen waren <BR< <br />Tröstlich ist für uns nur, dass wir das Schicksal mit anderen Denkmalbesitzern und auch mit den Denkmalämtern teilen.
Die Referenten haben es wirklich schwer.
Sie müssen Denkmalpflege gegen die Ignoranz von Besserwissern wie Sauerbier verkaufen.
Abgerissene, gesprengte, absichtlich verwahrloste Denkmäler werden vor Gericht von Richtern sehr milde abgeurteilt.
Ist das deutsche Kultur?
Denkmalschützer sind alle Exoten und Außenseiter. Wir sollten näher zusammenrücken und uns mit Rat und Tat unterstützen. Der Austausch von Erfahrungen kann viele Denkmalbesitzer vor bösen Enttäuschungen bewahren.
Pfuscher in der Denkmalpflege dürfen nicht die Oberhand behalten und bekommen, zumal solide anständige arbeitende Firmen bei der heutigen Preisunterbieterei pleite gehen.


Unsere Lehren für andere Denkmalbesitzer:

"Nicht jeder braucht das Rad neu zu erfinden"

  • Architektenwahl: Wie wohnt er selbst? Nicht weiter als ¼ Std. Fahrzeit entfernt.
  • Ist er bereit sein Bett während der heißen Phase ins Denkmal zu stellen oder das Haus wie ein Wachhund zu bewachen?
  • Kontrollieren, ob die Leistungsverzeichnisse den eigenen Vorstellungen entsprechen
  • Referenzobjekte benennen lassen, mit den Bauherrn sprechen, Arbeitsergebnisse begutachten, Einstellung des Firmenchefs zu alter Bausubstanz
  • Bevor man etwas verändert oder wegschmeißt – 3x nachdenken
  • nicht unter Zeitdruck entscheiden – Kommt Zeit, kommt Rat – keinen Überaktionismus, lieber drei Meinungen hören und fünf fertige Denkmäler anschauen
  • Qualifikation der Handwerker – sie müssen "krumm" können
  • Handwerker an den Baubesprechungen teilnehmen lassen, denn sie führen schließlich die Arbeit aus
  • Kein Wechsel der bewährten gut arbeitenden Handwerker
  • Gesunden Menschenverstand anwenden
  • Orientierung am Althergebrachten
  • Information bei unabhängigen Stellen


Wie man sich vor Überraschungen schützen kann:

Auch wenn Voruntersuchungen zu Beginn einer Sanierung als kostspielig und aufwendig erscheinen, können die Ergebnisse, wenn die Arbeiten erst einmal richtig begonnen haben, Zeitverzögerung und böse Überraschungen vermeiden.

Wenn direkter Zugriff auf das Fachwerk nicht möglich ist (schützenswerte Putze, Lamperien im Inneren) sind Holzbohrwiderstandmessungen auf jeden Fall anzuraten.
Bevor entkernt und dann mit der Motorsäge wertvolle Substanz geschädigt wird und Geld für die Reparatur ausgegeben werden muss, sollten solche Gesichtspunkte vor Arbeitsbeginn abgeklärt werden.
Ebenso verhält es sich mit Schädlings- oder Pilzbefall.


Grenzerfahrungen:


"Eine Sanierung soll die Wunden der Zeit heilen, nicht ganze Glieder Amputieren und den Körper verstümmeln "
So einfach unsere gestellten Ansprüche am Anfang der Maßnahme auf den ersten Blick ausschauen, so steckte doch der "Wurm" in der Umsetzung.
Wir sind mit anderen Firmen noch mehrmals an unsere Grenzen gestoßen.
Auch die Denkmalpflegereferenten vertreten teilweise sehr unterschiedliche Auffassungen was Bautechnik und Bauausführung betrifft. Für Laien sehr verwirrend und undurchschaubar.

Die Ausschreibungspraxis von öffentlichen Aufträgen einerseits und die Qualifikation und das Einfühlungsvermögen der Handwerker andererseits, brachten uns nicht nur einmal an den Rand der Verzweiflung.
Die Arbeitsergebnisse der ausführenden Firmen konnten uns manchmal nicht zufrieden stellen.
Im 4. Bauabschnitt, bei der Sanierung der Doppelscheune, durften wir mit Zustimmung der Denkmalbehörden ohne Architekt und Statiker mit unseren eigenen Handwerkern und erfahrenen Handwerksbetrieben arbeiten.
Das hat das Projekt nicht verteuert, sondern hielt sich im Rahmen der Kostenschätzung.
Heute steht das Projekt kurz vor dem Abschluss. Im Juli 2003 werden wir Einweihung feiern.


"Was ist los mit dieser Welt – wenn nichts mehr seinen Wert behält"


 
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